Auf Berufsschulreise in Shanghai

Oktober 30, 2026

Im Okober 2026 sind wir, Paul und Konrad, im Rahmen der Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann nach Shanghai gereist. Hier folgt unser Erfahrungsbericht.

Anreise und Ankunft

Meine Reise begann am Freitag, den 09.10., am Hamburg Airport Helmut Schmidt, von wo aus ich meinen rund 15-stündigen Flug über München nach Shanghai antrat. Es war ein spannendes Gefühl, nach China zu fliegen – in ein Land, über das man viel hört und zu dem man bestimmt auch Vorurteile hat, sei es durch die Politik oder durch Filme. Doch weltoffen wie immer war ich gespannt, mir mein eigenes Bild machen zu können.

In Shanghai angekommen, wurde ich beim Verlassen des Flugzeugs erst einmal von der Luftfeuchtigkeit erdrückt. Als Nächstes hieß es, die Arrival Declaration auszufüllen und den Weg zum richtigen Gepäckband und bis zum richtigen Ausgang zu finden – wie man sich denken kann, nicht ganz einfach, wenn man kein Chinesisch kann …

Zusammen mit weiteren Schülern haben wir uns zunächst die Must-have-Apps angesehen, die man braucht, um in China zurechtzukommen: Alipay, WeChat und AMAP. Über Alipay riefen wir uns dann ein Didi (das chinesische Pendant zu Uber) und fuhren damit zum Hotel.

Dank unseres Berufsschullehrers hatten wir die besondere Möglichkeit, in einem ausgesprochen gut gelegenen, sauberen und komfortablen Hotel zu wohnen, von dessen Rooftopbar man eine tolle Aussicht genießen konnte.

Die ersten Tage: Bund und Yu Garden

Am ersten Abend gingen wir zum ersten Mal an die Uferpromenade Bund, von wo aus man die Skyline hervorragend betrachten kann. Den Sonntag hatten wir noch Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Dabei sahen wir schon viel; ich besuchte unter anderem den Yu Garden, ein Viertel mit vielen Geschäften und  kleinen Straßenshops inmitten chinesischer Tempel.

 

Montag: AHK / German Center

Am Montag stand unser erster Programmpunkt auf dem Plan: der Besuch bei der Außlandshandelkammer AHK / German Center. Dort hörten wir einen Vortrag über die Rolle der AHK / German Center und hatten die Möglichkeit, dem Vortragenden Fragen zu stellen. Dabei erfuhren wir viel über China, seine Politik und Wirtschaft, das Leben vor Ort und vieles mehr.

Dienstag: ADM

Am Dienstag folgte der nächste Programmpunkt bei Advanced Micro Devices (ADM), der äußerst interessant war: Wir hörten nicht nur etwas über die generelle Arbeit von ADM, sondern der Vortragende hielt uns quasi noch einen Exkurs zu chinesischer Geschichte und chinesischen Traditionen.

So hat gerade das Abitur in China eine sehr große Bedeutung – für die Schüler, ihre Familien und ihre Zukunft. Er berichtete, dass alle nach Peking wollen und die Stadt wie der heilige Gral betrachtet wird. In der Woche, in der die Abiturprüfung landesweit zeitgleich geschrieben wird, steht das Land still, denn ein gutes Ergebnis entscheidet darüber, ob das Kind der Familie auf eine der besten Universitäten gehen kann oder nicht. Des Weiteren erzählte er, dass sich Chinesen hauptsächlich über materielle Güter und Leistungen definieren und miteinander vergleichen, da dies die Reputation der Familie beeinflusst.

Mittwoch: Fudan Universität

Dies war für uns eine perfekte Einleitung für den Tag darauf: Am Mittwoch besuchten wir die Fudan Universität. Wir bekamen eine Führung über das riesige Gelände, kochten chinesisches Essen, trafen Studenten, die Deutsch lernen, und lernten einen Tanz.

Es war unglaublich zu sehen, wie enorm groß die Universität ist. Sie zählt zu den renommiertesten des Landes, unter anderem in den Bereichen Pharmazie & Pharmakologie, Nano- und Materialwissenschaften sowie Business, Management & Finanzwesen. Besonders interessant war auch das Gespräch mit den Studenten: Genau wie wir hatten sie gewisse Vorurteile – gegenüber Deutschland, aber auch in anderen Bereichen.

Donnerstag: Delta Sport

Am Donnerstag teilte sich unsere Klasse auf: Eine Gruppe fuhr zu Wollenhaupt nach Hangzhou, die andere – zu der auch ich gehörte – besuchte Delta Sport. Auch dort durften wir Vorträge verschiedener Mitarbeiter hören. Besonders interessant war der Vortrag eines 24-jährigen Hamburgers, der im vergangenen Jahr sein duales Studium abgeschlossen hat und nun ausgewandert ist, um in China zu arbeiten. Wir konnten ihm viele Fragen stellen, etwa zu seinem Leben vor Ort, dazu, wie es ist, als Trader in China zu arbeiten, und wie ein Geschäftsablauf in China abläuft. Dabei konnte ich vieles Interessante lernen.

Freitag und Samstag: Tempelbesuch und Rückreise

Am Freitag besuchten wir gemeinsam einen Tempel. Am Samstag ging es für die meisten aus der Klasse bereits zurück nach Deutschland. Einige hängten jedoch noch Urlaub an die Woche an und reisten weiter nach Peking oder Thailand oder blieben noch einige Zeit bei einer Außenstelle ihres Unternehmens.

Fazit

Paul

Rückblickend bin ich in erster Linie unglaublich dankbar, dass sowohl das Unternehmen als auch die Berufsschule uns eine so besondere, horizonterweiternde Reise ermöglicht haben. Wir haben als Klasse super harmoniert und hatten eine tolle Zeit. Besonders gut war, dass wir neben all den wertvollen Eindrücken aus den Unternehmensbesuchen nach den Terminen meist noch den halben Tag Zeit hatten, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden: Wir waren gemeinsam auf dem Shanghai Tower, auf den weltbekannten Fake Markets, in den verschiedenen Vierteln der Stadt und vielem mehr.

Vielen Dank für das Ermöglichen dieser Reise. Ich konnte meinen Horizont merklich erweitern und habe nun einen bleibenden Eindruck von China und seiner Kultur. Ich bin mir sicher, dass jeder zukünftige Azubi, der diese Erfahrung machen darf, dasselbe sagen wird.

Konrad

Die Reise nach Shanghai war für mich eine einmalige Erfahrung, aus der ich viele neue Eindrücke und Erkenntnisse mitnehmen konnte. Besonders der Einblick in eine andere Kultur und das internationale Umfeld haben die Reise für mich sehr spannend gemacht. Natürlich gab es auch Herausforderungen, wie die Sprachbarriere und die Unterschiede im Alltag, an die man sich zunächst gewöhnen musste. Gleichzeitig waren es genau diese Unterschiede, die die Reise so interessant und besonders gemacht haben. Ich bin daher sehr dankbar, diese Möglichkeit durch die Berufsschule und das Unternehmen bekommen zu haben. Die Reise war für mich nicht nur lehrreich, sondern auch persönlich eine besondere Erfahrung, auf die ich sehr gerne zurückblicke.

Tipp für zukünftige Teilnehmer

Sich vorher umfassend informieren, welche Apps und Einreiseformulare man parat haben muss, und gegebenenfalls schon vorab überlegen, was man sehen möchte, um die Zeit gut zu nutzen.

 

Berichtet und geschrieben von Konrad und Paul